Reiche Stadt, arme Frauen

Für Frauen, die Sozialhilfe beziehen und sich in persönlichen Notlagen befinden, gibt es im reichen Stuttgart derzeit im Grunde nur noch Notfallunterbringungen (das sieht so aus wie es sich liest). Um ihre Not zu verschleiern, gehen viele Frauen in die Wohnungsprostitution und verelenden auch psychisch. Keine Arbeit, oftmals seit Kindheit schwer traumatisiert, massiv suchtkrank, psychiatrisch auffällig – für die meisten Frauen markiert ihre Ankunft in der Frauenpension der Caritas Stuttgart das Ende einer langen Spirale nach unten. Manche von ihnen kommen wieder wacklig auf die Beine, viele nicht. Einen berührenden Einblick in das Leben der Frauen in der Pension gibt auch der Film „Das Haus neben den Gleisen“, gedreht vor einigen Jahren von Studentinnen der Filmhochschule Ludwigsburg. Ein Alltag, den man aushalten muss. Auch als Leiterin des Fachdienstes „Hilfen für Frauen‘, und deshalb gehört Maria Nestele zu jenen, die uns Vorbild sind: sie ist solidarisch, kraftvoll und hat keinerlei Berührungsängste. Anlässlich 25 Jahren Frauenpension unterstütze ich Maria Nestele zusammen mit meiner Projektpartnerin Tina Huh und mache die Arbeit der Frauenpension in lokalen und überregionalen Tageszeitungen bekannt.